Köln 30. August
Patronat: Deutz; für Regen
Heribert von Köln wurde um das Jahr 970 als Sohn des Grafen von Worms geboren. Seine Ausbildung erhielt er in der Domschule von Worms und anschließend in der Klosterschule Gorze in Lothringen.
994 wurde er von Kaiser Otto III. zum Kanzler für Italien ernannt, schon vorher war er Dompropst inWorms geworden. 995 wurde Heribert zum Priester geweiht, drei Jahre später ernannte ihn Otto III. zusätzlich zum Kanzler von Deutschland. In dieser Funktion beeinflusste Heribert als enger Berater des Kaisers dessen politische Vorstellungen für eine Erneuerung des Reiches.
In Abwesenheit (er befand sich mit dem Kaiser auf dessen zweiten Italienfeldzug) wurde Heribert im Jahr 999 zum Erzbischof von Köln gewählt. Er soll diese Wahl nur zögernd angenommen haben, ließ sich dann aber von Papst Silvester II. die bestätigende Urkunde überreichen und zog es vor, bei seiner Rückkehr die Stadt Köln barfuß zu betreten – seine bischöflichen Insignien hatte er vorausgeschickt.
Seine Ämter als Kanzler behielt Heribert auch als Erzbischof bei und begleitete den Kaiser, als dieser um das Jahr 1000 das Grab Karls des Großen in Aachen öffnen ließ. Als Otto III. 1002 in Paterno in Italien starb, brachte Heribert seinen Leichnam und die Reichsinsignien trotz widriger Umstände (berichtet wird von schweren Kämpfen) nach Aachen zurück, wo dieser neben Karl dem Großen bestattet wurde.
Zu Unstimmigkeiten mit dem neuen Herrscher Heinrich II. (Heiliger) soll es gekommen sein, weil Heribert die Heilige Lanze, das damals wertvollste Zeichen der Herrscherwürde, zunächst nach Köln geschickt haben soll, da Heinrich noch nicht zum Kaiser gewählt worden war. Tatsächlich war das Verhältnis zwischen Kaiser und Kanzler – Heribert schien seine Ämter zumindest eine Zeit lang noch beibehalten zu haben – in den ersten Jahren getrübt. Dennoch begleitete er Heinrich II. im Jahr 1004 auf dessen Feldzug nach Rom.
Heribert starb am 16. März 1021 in Köln im von ihm gestifteten Kloster Deutz und wurde in der Abteikirche bestattet. Seine Gebeine wurden am 30. August 1147 feierlich erhoben und später in einem kostbaren Schrein beigesetzt.
Darstellung: als Erzbischof
Attribute: Mitra, Pallium, Stab; Regen (durch sein Gebet herbeigeführt)

Quelle: Herder-Verlag
